KOMMUNALER ARBEITGEBERVERBAND BREMEN E.V.

28.07.2009

Tarifkompromiss im Sozial- und Erziehungsdienst

Tarifkompromiss im Sozial- und Erziehungsdienst


Frankfurt am Main. Nach einem Verhandlungsmarathon über fünf Tage und Nächte konnten
kommunale Arbeitgeber und Gewerkschaften vorbehaltlich der Gremienbeteiligung eine
Einigung für den Sozial- und Erziehungsdienst erzielen. Die Mitgliederversammlung der
VKA hat dieser Einigung am Vormittag zugestimmt.


„Wir haben in harten und inhaltlich schwierigen Verhandlungen ein Ergebnis erreicht, mit
dem die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst mehr Geld erhalten“, so VKA Präsident Dr. Thomas Böhle. „Die kommunalen Arbeitgeber haben zugleich dem Druck, dem sie von vielen Seiten ausgesetzt waren, widerstanden und eine Tarifeinigung getroffen, die die schwierige Haushaltslage der Kommunen aufgrund der Finanzkrise berücksichtigt. Die kommunalen Arbeitgeber haben damit zugleich das ihre getan, um die Streiks im Sozial- und Erziehungsdienst zu beenden, vor allem im Interesse der betroffenen Eltern und Kinder.“
Die Eckpunkte der Einigung:
· Erzieherinnen und Erzieher erhalten ab 1. November 2009 ein Gehaltsplus von 
  rechnerisch rund 150 Euro monatlich, unterschiedlich verteilt auf die verschiedenen
  Entgeltgruppen.
· Erzieherinnen mit Normaltätigkeiten können künftig von 2.040 bis zu 2.864 Euro,
  Erzieherinnen mit schwierigen Tätigkeiten zwischen 2.140 Euro und 3.250 Euro und
  Leitungskräfte in Kindertagesstätten zwischen 2.240 Euro und 4.135 Euro im Monat
  verdienen.
· Die Entgelte im Sozialdienst bewegen sich über die verschiedenen Niveaus hinweg
  künftig zwischen 2.300 Euro und 4.525 Euro.
· Auch zum Gesundheitsschutz wurden in Ergänzung zahlreicher bereits bestehender
  Aktivitäten und Initiativen tarifliche Festlegungen getroffen, wie etwa zum Anspruch auf
 Gefährdungsanalysen und der Einrichtung von so genannten Gesundheitszirkeln.

Der Abschluss kostet die Kommunen zwischen 500 und 700 Millionen Euro jährlich. „Die
finanzielle Mehrbelastung ist für die Kommunen eine harte Nuss. Der monetären Vorleistung muss nun auch eine qualitative Aufwertung des Erzieherinnenberufes folgen“, so Böhle. „Frühkindliche Bildung und Erziehung sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben, an denen sich Bund und Länder in erheblich größerem Umfang als bisher finanziell beteiligen müssen – vor allem nach den ständigen öffentlichkeitswirksamen Sympathiebekundungen für eine finanzielle Aufwertung des Erzieherinnenberufs von SpitzenpolitikerInnen jeglicher Couleur.“
Der Tarifabschluss steht noch unter Erklärungsfrist der Gewerkschaften bis zum 21. August
2009. Er soll zum 1. November 2009 in Kraft treten.
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Die VKA verhandelt Tarifverträge für rund zwei Millionen Beschäftigte des kommunalen öffentlichen Dienstes. Zu den kommunalen Arbeitgebern gehören Verwaltungen, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, Sparkassen, Ver- und Entsorgungsbetriebe sowie Nahverkehrsunternehmen und Flughäfen. Weitere Informationen zu dem
aktuellen Tarifkonflikt stehen auf www.vka.de unter Tarifinfo 2009.


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